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Die Geschichte der sephardischen Juden
Von Toledo bis Saloniki
Lilli Herschhorn (Hg.)
Zuflucht Saloniki: Die Sepharden im osmanischen Exil
Eine Auswahl (1492-1556) aus Joseph Nehamas "Histoire des Israélites de Salonique"
Übersetzt von Lilli Herschhorn
2005. 182 S., 17 x 24 cm
Kartonierte Ausgabe: ISBN 978-3-89911-025-8, € 22,50
Ausgabe in Bibliotheksleinen: ISBN 978-3-89911-030-2, € 40,50
Lieferbar

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Zu diesem Buch
Mit diesem Buch legt Lilli Herschhorn erstmals ausgewählte Kapitel aus der siebenbändigen "Histoire des Israélites de Salonique" des Saloniker Lokalhistorikers Joseph Nehama (1881-1971) in deutscher Übersetzung vor. Die im Wesentlichen in den 1930er Jahren entstandene "Histoire" ist bis heute die einzige umfassende Darstellung der jüdischen Geschichte dieser ehemals multikulturellen Stadt. Sie ist eine auch in neueren wissenschaftlichen Publikationen viel zitierte Quelle.
Saloniki stellt einen Sonderfall in der Geschichte der jüdischen Diaspora dar, weil die Juden dort bis in die 1920er Jahre die größte Minderheit bildeten. Die vorliegende Kapitelauswahl aus dem zweiten, dritten und vierten Band von Nehamas "Histoire" ergibt eine Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Sepharden Salonikis im 16. Jahrhundert. Sie zeichnet ein anschauliches Bild von der Organisation des jüdischen Gemeinwesens, seinem Verhältnis zum osmanischen Staat und dem wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Einfluss, den seine Mitglieder in der Balkanregion und in transnationalen Netzwerken besaßen. Die Textauswahl beginnt mit der Ankunft der ersten jüdischen Flüchtlinge in der Stadt nach der Vertreibung der Juden aus Kastilien und Aragon im Jahre 1492 und schließt mit einem in der jüdischen Geschichte einzigartigen Ereignis: dem Versuch der Juden von Saloniki, die Stadt Ancona, in der ein Autodafé stattgefunden hatte, durch ein Handelsembargo in die Knie zu zwingen.
In seiner Darstellung stützte sich Joseph Nehama, der sowohl jüdisch-religiös als auch säkular gebildet war, auf Quellen wie die Gemeindeakten und die Responsen der Rabbiner von Saloniki, verarbeitete aber auch die wissenschaftlichen Abhandlungen anderer jüdischer Historiker seiner Zeit. Die Zielgruppe seiner "Histoire" war erklärtermaßen kein akademisches Publikum, sondern waren die Nachkommen der Juden Salonikis, die zur Entstehungszeit seines Werkes massenhaft die Stadt verließen. Seine allgemein verständliche Schreibweise macht das Buch auch für den heutigen Leser zu einer gut lesbaren Lektüre.
Die Anmerkungen der Herausgeberin enthalten Hinweise auf den heutigen Forschungsstand und geben darüber hinaus Verständnishilfen. In einer ausführlichen Einleitung präsentiert Lilli Herschhorn das Leben des Autors und stellt sein Werk in den bewegten Kontext der Entstehungszeit.
Joseph Nehama gehörte zur zweiten Generation der sephardischen Aufklärer (maskilim), dessen Lebensweg eng mit der Alliance israélite universelle verbunden ist: Von 1920 an war er Inspektor aller ihrer Schulen im Orient. Nach deren Schließung durch den griechischen Staat arbeitete er im Bankwesen. Er überlebte die Deportation nach Bergen-Belsen und beteiligte sich nach dem Krieg am Wiederaufbau einer jüdischen Gemeinde in Saloniki.
Lilli Herschhorn ist beeidigte Dolmetscherin und Diplomübersetzerin in Berlin.
Der Inhalt
Einleitung · Prolog · Kapitel I: Saloniki und das Osmanische Reich um 1492 · Kapitel II: Die Einwanderungswellen · Kapitel III: Die kleinen Heimaten · Kapitel IV: Die Gesetzgebung und die ersten Gesetzgeber · Kapitel V: Der Mieterschutz – chazaka · Kapitel VI: Die verlassenen Frauen und die kinderlosen Witwen – agunot und jebamot · Kapitel VII: Die Irrfahrten der Marranen · Kapitel VIII: Salonikis Aufstieg · Kapitel IX: Partikularismus und Autonomie · Kapitel X: Verwaltung der kehilla – Die Talmud Tora · Kapitel XI: Das Steuerwesen · Kapitel XII: Die Tuchindustrie · Kapitel XIII: Handwerk und Handel · Kapitel XIV: Der Fernhandel · Kapitel XV: Der Boykott Anconas · Bemerkungen der Herausgeberin · Responsen – Sammlungen · Ausgewählte Bibliographie