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Drei Deutsche Marinen. Auflösung, Übergänge und Neuanfänge
Ein Titel aus der Buchreihe
Kleine Schriftenreihe zur Militär- und Marinegeschichte
Zu den Titeln dieser Buchreihe
Stephan Huck, Hartmut Klüver (Hg.)
Die Wende. Die Deutsche Marine auf dem Weg in die Einheit
Mit Beiträgen von Sigurd Hess, Jörg Hillmann, Theodor Hoffmann, Dirk Horten, Stephan Huck, Michael Kämpf, Robert Rosentreter, Ulrich Zumkeller
Kleine Schriftenreihe zur Militär- und Marinegeschichte Band 13 (ISSN 1617-3074)
2007. 112 S., 17 x 24 cm, 29 s/w-Fotogr.
Kartonierte Ausgabe: ISBN 978-3-89911-071-5, € 16,80
Ausgabe in Bibliotheksleinen: ISBN 978-3-89911-086-9, € 34,80 (vergriffen)
Lieferbar

Inhaltsverzeichnis und Textauszüge        Buchbeschreibung
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Zu diesem Buch
Mit dem Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 hörten die Streitkräfte jenes Staates auf zu existieren: Die Soldaten der NVA wurden Soldaten der Bundeswehr. Grundlage dieser Regelung war die Zustimmung der Sowjetunion zur Zugehörigkeit der Bundesrepublik Deutschland zur NATO. Als Konsequenz ergab sich daraus für den Umgang mit dem einem feindlichen Militärbündnis entstammenden Material und Personal die Prüfung auf Eignung seiner Verwendung in der Bundeswehr und die Abwicklung der als ungeeignet eingestuften Teile.
"Wie dieser Übernahme- und Abwicklungsprozess von den Akteuren und Betroffenen bezogen auf die Teilstreitkraft Marine gemanagt und empfunden wurde, ist Gegenstand dieses Bandes." (Stephan Huck, Themenaufriss und Einleitung)
Sigurd Hess, in jenen Jahren im Bundesministerium der Verteidigung als Stabsabteilungsleiter Fü S VII für die West-Ost-Fernmeldeverbindungen verantwortlich, skizziert die Probleme, die sich aus der Überalterung der Flotteneinheiten, den finanziellen Zwängen zur Verkleinerung der Marine und den außenpolitischen Vereinbarungen zur Personalreduktion ergaben. Anhand des Umgangs mit dem Konzept "Marine 2005" im militärischen und politischen Raum, kommen die Interessengegensätze zur Sprache, die auch mit dem Ende der 1990er Jahre entwickelten Konzept "Marine 21" nicht gelöst werden konnten. Erst mit den Verteidigungspolitischen Richtlinien 2003, die mit dem joint-Konzept für die gesamte Bundeswehr die Konzeptionen der Teilstreitkräfte ablösten, wurden die herrschende Ziellosigkeit und Stagnation beendet.
Dirk Horten, erster Kommandeur des neu eingerichteten Marinekommandos Rostock, schildert detailliert, wie sich Übernahme und Ausmusterung der Marineangehörigen der ehemaligen NVA, die er verantwortlich leitete, im täglichen Dienst vollzogen.
Theodor Hoffmann, letzter Verteidigungsminister der DDR und Chef der NVA, stellt die Auswirkungen dar, die die politische Entwicklung in der DDR Ende der 1980er Jahre auf Führung und Soldaten ihrer Streitkräfte hatte und schildert die Maßnahmen, die bereits seit Mitte 1990 getroffen wurden, um eine reibungslose Übergabe der NVA an die Bundeswehr zu gewährleisten.
Robert Rosentreter ergänzt diese Schilderung durch die Darstellung der Verhältnisse vor Ort: Als in Rostock stationierter Fregattenkapitän schildert er die Veränderungen im Verhältnis der DDR-Bürger zur Armee. Er arbeitete an der Annäherung von Marine und Bürgerrechtsbewegung auf regionaler Ebene mit und erlebte die im Sommer 1990 einsetzende Selbstauflösung der NVA als Betroffener.
Michael Kämpf und Ullrich Zumkeller beschreiben ihre gemeinsame Erfahrung bei der Überführung einer Volksmarine-Einheit in eine Struktur der Bundesmarine aus Sicht des neuen Kommandeurs (Kämpf) und eines in die Bundeswehr übernommenen ehemaligen Volksmarine-Kommandeurs (Zumkeller). Zur Sprache kommen neben den technisch-militärischen Details auch die mit den Massenentlassungen verbundenen menschlichen Probleme. Die Wiedergabe zahlreicher Originaldokumente illustriert ihren Bericht.
Jörg Hillmann, zurzeit Dezernent für Streitkräfteplanung der Europäischen Union in Brüssel, resümiert die Vorträge, die diesem Sammelband zugrunde liegen und ordnet die Detailfragen der Übernahme der Volksmarine in die Bundesmarine noch einmal in den übergeordneten Kontext der politischen Entwicklung nach 1990 ein, wobei er an der Verantwortung der Politik für die jahrelange Verzögerung bei der Beantwortung der Frage nach der Zukunft der Bundeswehr keinen Zweifel lässt.
Der vorliegende Sammelband gibt anhand von Zeitzeugenberichten einen tiefen Einblick in die Praxis der Eingliederung der DDR in die Bundesrepublik am Beispiel der Marine. Militärhistorikern bieten die in den Gesamtkomplex der weltpolitischen Veränderungen eingebundenen Detailinformationen einen reichhaltigen Fundus für ihre Studien, die DDR-Forschung findet wertvolle Informationen zum Zustand ihres Forschungsgegenstandes unmittelbar vor und während des Beitrittes zur Bundesrepublik, die Transformationsforschung profitiert vom Detailwissen der Akteure und der zeitgeschichtlichen Deutschlandforschung wird der militärische und militärpolitische Aspekt des Einigungsprozesses erhellt.
Die Beiträge
Stephan Huck
« Wir sind ein Volk » – Deutschland in der Wende. Themenaufriss und Einleitung
Sigurd Hess
Die konzeptionellen Planungen der Marine 1989-2002
Dirk Horten
Die Deutsche Einheit: Erkenntnisse als ersterKommandeur des Marinekommandos Rostock. Vorgaben, Absichten und Erkenntnisse im deutschen Einigungsprozess
Theodor Hoffmann
Die Nationale Volksarmee auf dem Weg zur Einheit
Robert Rosentreter
Das turbulente letzte Jahr der Volksmarine. Ein Erlebnisbericht
Michael Kämpf, Ulrich Zumkeller
Von der 4. Flottille zum Marinestützpunkt. Die Wende in Warnemünde aus der Sicht der Akteure
Jörg Hillmann
Epilog: Die Wende – die Deutsche Marine auf dem Weg in die Einheit. Zusammenfassende und persönliche Bemerkungen