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Europäisches Kulturerbejahr 2018
Unterwegs in der europäischen Kultur und Geschichte – Aneignungen
A title from our book series
Herausforderungen
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Richard Saage
Politische Utopien der Neuzeit
Mit einem Vorwort zur zweiten Auflage: Utopisches Denken und kein Ende?
Herausforderungen Band 11 (ISSN 0942-8291)
2000 (2. Aufl.). 440 S., 23 x 15 cm
Kartonierte Ausgabe: ISBN 978-3-930083-44-2, € 45,55
Ausgabe in Bibliotheksleinen: ISBN 978-3-930083-52-7, € 63,50
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Zu diesem Buch
Zu einem Standardwerk
ist Richard Saages 1991 erstmals erschienenes Buch Politische Utopien der Neuzeit geworden, das hier in einer bearbeiteten und erweiterten Fassung vorliegt. Die Kritik bescheinigt dem Werk, ihm sei "eine seltene Kombination von gehaltvoller Detailinformation und übergreifender Darstellung allgemeiner Strukturmerkmale" gelungen. "Vermieden wird so die Gefahr ermüdender Einzelreferate wie die inhaltsleerer Allgemeinplätze. Nicht als weltfremde Phantasten, sondern als engagierte Gesellschaftskritiker werden die Utopisten vorgestellt. Darin liegt das Hauptverdienst dieser auch gut lesbaren Überblicksdarstellung" (Hölscher).
Nicht nur innerweltlich orientierte,
fiktive Zukunftsentwürfe sieht Saage in den Utopien. Sie stellen immer auch Reaktionen auf epochenspezifische Strukturprobleme und den wissenschaftlich- technischen Entwicklungsstand ihrer Zeit dar. Ausgehend von der "Politeia" des Platon und der "Utopia" des Thomas Morus vergleicht Saage die klassischen Utopien der Renaissance und der Reformation mit denen späterer Jahrhunderte bis hin zu den jüngsten postmateriellen Ansätzen.
Keine Diskreditierung utopischen Denkens insgesamt
sieht Saage im Ende einer seiner zentralen Varianten, nämlich der autoritär-etatistischen Linie. Auch weiterhin gewinnt es seine Legitimität aus dem Umstand, dass der Problemdruck, der seit Morus Utopien hervorbrach, nach wie vor besteht. Zugleich kann aber das utopische Denken heute als regulatives Prinzip und kritisches Korrektiv gegenüber erkennbaren gesellschaftlichen und globalen Fehlentwicklungen nur dann wirken, wenn es einen Ausgleich zwischen den unverzichtbaren Rechten der Einzelnen und den unabweisbaren Ansprüchen eines solidarischen Ganzen sucht, ohne den Spannungsbezug zwischen diesen Polen aufzulösen.
Die Rezeption seines Buches
würdigt Richard Saage in einem Vorwort zur hier vorliegenden zweiten Auflage. Er hat sämtliche Zitate überprüft und in vielen Fällen neu ins Deutsche übertragen. Die seit der ersten Auflage erschienene relevante Literatur wurde in das Literaturverzeichnis aufgenommen. Der Band repräsentiert so den aktuellen Stand der Utopieforschung.
Der Inhalt
Utopisches Denken und kein Ende? Zur Rezeption eines Buches. Vorwort zur zweiten Auflage · Vorwort · 1. Einleitung · 2. Utopia als Leviathan in der Renaissance und der Reformation · 3. Die Naturalisierung der politischen Utopie im Spannungsfeld zwischen Absolutismus und Aufklärung · 4. Die politische Utopie als Technischer Staat in der industriellen Revolution · 5. Das 20. Jahrhundert: Von der Vollendung der utopischen Moderne zu den postmateriellen Utopien · 6. Abschließende Bemerkungen · Literaturverzeichnis · Personenregister